03.1Plausibel klingende Fehler
Das NIST beschreibt bei generativer KI „Confabulation“: Systeme können falsche Inhalte überzeugend darstellen. Auf einer Unternehmenswebsite reicht ein erfundener Leistungsumfang, eine unzutreffende Rechtsaussage oder ein falsch zusammengefasster Prozess, um Erwartungen zu erzeugen, die später niemand erfüllen kann. Eine sprachlich glatte Form ist kein Beleg.
03.2Austauschbare Positionierung
Modelle sind stark darin, das Wahrscheinliche zu formulieren. Genau dadurch entstehen häufig dieselben Versprechen: individuell, innovativ, maßgeschneidert und zuverlässig. Solche Sätze verraten weder, für wen ein Angebot gedacht ist, noch wie die Zusammenarbeit abläuft. Google empfiehlt für Menschen und generative Suche ausdrücklich eigenständige, nicht beliebig austauschbare Inhalte statt bloßer Zusammenfassungen dessen, was ohnehin überall steht.
03.3Viele Seiten ohne zusätzlichen Wert
Automatisierung senkt die Produktionshürde. Das verführt dazu, jede Keyword-Variante in eine eigene Seite zu gießen. Googles Spam-Richtlinien bewerten massenhaft erzeugte, wenig originelle Inhalte als problematisch, wenn sie vor allem Rankings beeinflussen sollen. Ob Menschen oder KI den Text erzeugt haben, ist dabei nicht der Kern. Entscheidend ist der fehlende Nutzen.
03.4Ungeprüfte Bedienung und Barrierefreiheit
Ein Generator kann formal korrektes Markup ausgeben und trotzdem falsche Fokusreihenfolgen, unverständliche Fehlermeldungen oder unbedienbare Dialoge erzeugen. Das W3C stellt klar, dass kein Werkzeug allein die Barrierefreiheit einer Website feststellen kann. Automatisierte Prüfungen sind wichtig, aber sie ersetzen keine sachkundige manuelle Bewertung und keine echten Nutzungsszenarien.
03.5Unklare Daten- und Komponentenwege
Prompts können interne Informationen enthalten. Generierter Code kann Abhängigkeiten einführen, deren Herkunft, Lizenz, Aktualisierung oder Sicherheitswirkung niemand dokumentiert hat. Das NIST nennt unter anderem Datenschutz, Informationssicherheit, geistiges Eigentum und undurchsichtige Komponentenketten als relevante Risikofelder generativer KI. Für eine Website folgt daraus keine pauschale Ablehnung, sondern eine klare Regel: sensible Daten minimieren, Quellen und Abhängigkeiten nachvollziehen, Ergebnisse testen.