Eine Disponentin und ein Kollege öffnen denselben Serviceauftrag. Beide sehen zunächst die alte Anfahrtsadresse. Die Disponentin korrigiert sie und speichert. Der Kollege ergänzt anschließend eine interne Notiz. Wenn seine Anwendung beim Speichern alle ursprünglich geladenen Werte zurückschreibt, kann die alte Adresse unbeabsichtigt wieder gültig werden. Seine Notiz war richtig; trotzdem wurde die Korrektur verdrängt.
Dieses fiktive Beispiel beschreibt einen verlorenen Änderungsstand, häufig als Lost Update bezeichnet. Dafür müssen Personen nicht in derselben Sekunde klicken. Es reicht, dass zwischen dem Laden und Speichern ein anderer Stand entstanden ist. Auch eine einzelne Person kann das mit zwei geöffneten Ansichten auslösen.
Die MDN-Erklärung bedingter HTTP-Anfragen beschreibt das Problem und eine mögliche technische Gegenmaßnahme. Für die Planung beginnt die Frage jedoch beim Fachablauf: Welche Änderungen dürfen unabhängig stattfinden und wann muss der aktuelle Stand erneut geprüft werden?
Schauen Sie deshalb nicht nur auf die Gesamtzahl der Nutzer. Wichtiger ist, wie oft dieselben Aufträge, Kunden oder Planungen gleichzeitig geöffnet sind. Eine selten bearbeitete Stammdatenliste kann wenig Konfliktpotenzial haben. Eine kleine gemeinsam genutzte Disposition kann dagegen genau an einem einzigen aktuellen Vorgang viele Änderungen bündeln.