Im Vertrieb bezeichnet „Kunde“ vielleicht eine Firma. Für die Disposition ist damit ein Einsatzort gemeint, in der Buchhaltung das zahlende Unternehmen. Werden diese Bedeutungen ungeprüft in einer einzigen Liste zusammengeführt, entstehen später widersprüchliche Masken und Auswertungen. Die Programmierung kann diesen Unterschied nicht allein aus einer Spaltenüberschrift erkennen.
Schreiben Sie die wichtigsten Begriffe mit einer kurzen Definition auf. Ergänzen Sie jeweils ein passendes Beispiel und einen Fall, der ausdrücklich nicht dazugehört. „Standort ist ein Ort, an dem ein Auftrag ausgeführt wird; die Rechnungsanschrift kann davon abweichen“ lässt sich leichter beurteilen als ein allgemeines Feld „Adresse“. Die Definition muss mit den Menschen abgestimmt werden, die täglich damit arbeiten.
Microsoft erläutert in seiner Einführung in fachliche Domänenanalyse eine gemeinsam entwickelte Sprache zwischen Fachseite und Entwicklung. Der Gedanke hilft auch bei einer kleinen Anwendung. Daraus folgt ausdrücklich keine Empfehlung, dafür eine Microservices-Architektur einzuführen.
Eine erste Begriffsseite darf einfach sein. Markieren Sie Unklarheiten, statt vorschnell ein perfektes Organigramm zu zeichnen. Wenn zwei Abteilungen denselben Ausdruck unterschiedlich verwenden, kann eine klare Abgrenzung sinnvoller sein als eine erzwungene gemeinsame Bedeutung. Entscheidend ist, dass Übergänge später bewusst übersetzt werden und der Gesprächspartner weiß, welche Bedeutung gerade gilt.